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HundePrägung Was prägt fürs Leben, interessanter Artikel! -> Lumpis Blog
Nun müssen die Menschen also wieder lernen, normaler zu denken, ich denke so schon lange. Förderung der Welpen: Ja, sicher. Aber muss ein Welpe schon durch überfüllte Kaufhäuser laufen? Diese eigentlich gut gemeinten Taten einiger Züchter können(nicht zwingend müssen) eine glatte Überforderung darstellen. Ich weiß, dass Hunde mit gutem, stabilem Nervenkostüm und "normaler" behüteter Welpenzeit- sich (kommt natürlich auch auf die neuen Halter an) problemlos einleben und zu völlig komplikationslosen Hunden entwickeln. Ich hatte bereits einige Hunde in Händen- Welpen/Junghunde unterschiedlicher Rassen- die relativ reizarm aufwuchsen, sich aber ruckizucki mit allen neuen Lebensumständen-neue Menschen, neue Hunde, neue Katzen, neue und evtl. andere Alltagsgeräusche, Leben im Haus, Leinengänge usw.- zurechtfanden, also absolut "wesensfest" zeigten und sich wunderbar entwickelten. Diese Hunde hatten/haben eins gemeinsam, nämlich: ein stabiles Nervenkostüm und (die meisten) auch ein positives Verhältnis zum Menschen. Das Grundvertrauen in den Menschen ist wichtig, auch darf nicht vergessen werden: Hunde in der Lage, ihr Leben lang zu lernen. Andere Hunde, mit etwas wackeligem und dünnem Nervenkostümchen ausgestattet, können trotz bester Förderung im Welpen/Junghundealter ewige "Bangbüxen" bleiben. Eine Überforderung mit Reizen und zuviel Stress im frühen Alter, kann hier sogar wirklich ins Gegenteil umschlagen, gleichzeitig ist eine Unterforderung bei nervlich dünnhäutigen Hunden im Welpenalter natürlich auch entsprechend kontraproduktiv. Aber: Man wird Hunde mit genetisch angelegtem schwachen/flattrigem Nervenkostüm nie in gänzlich nervenstarke Vertreter "umpolen" können. Man kann diesen Hunden Sicherheit vermitteln, sie ruhig und besonnen durch das Leben führen und angelegte Defizite so abmildern, aber sie bleiben meistens ihr Leben lang eher unsichere (Situationsbedingt) kleine Flattermänner. Ich weiß aber auch, welche Ansprüche einige Welpenkäufer an den Züchter stellen 0-Ton eines Welpeninteressenten der Rasse xy: immerhin ist der Hund ja teuer und da kann was fürs Geld erwarten. Der Welpe soll stubenrein sein Der Welpe soll Nachts durchschlafen Der Welpe soll ein prima Autofahrer sein..und nicht ins Auto kötzern Der Welpe soll ein toller Kinderhund sein Der Welpe soll leinenführig sein...und nicht ziehen, zerren oder stehen bleiben Der Welpe soll einige Stunden am Tag allein bleiben können Der Welpe soll/darf keine Angst haben oder Angst zeigen Der Welpe soll nichts zerstören ...der Welpe soll alles kennen "Soll" kann auch ersetzt werden durch: MUSS ;-) Nun geraten viele Züchter hinsichtlich dieser WelpenAuflagen leider unter echten Druck(Stress) und versuchen ALLES, um diese Auflagen zu erfüllen, man tritt mit Züchterkollegen in einen direkten Konkurrenzkampf, ein durchaus stressiger Erlebnis-Marathon für die Welpen kann folgen. Ich möchte allen Züchtern sagen, weniger ist manchmal mehr. Zuallererst benötigt ein Welpe ruhige und liebevolle Fürsorge. Lasst Euch nicht verrückt machen, versucht Euch nicht gegenseitig zu übertrumpfen, und lasst die Welpenkäufer ruhig wissen, dass sie kein Rund-um-die-Uhr-Sorglos-Paket- erwerben, mit Garantie auf bereits perfektes Benehmen. Ein Welpe MUSS nicht alles können und kann logischwerweise auch (noch) nicht alles kennen. Mir ist hinsichtlich einer Welpenaufzucht besonders wichtig: - der Welpe muss positive Erfahrungen durch behutsame Hände und freundliche Menschen mit dem Leben verknüpfen- - von der Mutterhündin und im Idealfall auch von weiteren Hunden (die natürlich klar im Koppe ticken müssen) im Haushalt umsorgt und erzogen werden ... alles andere kommt dann fast wie von alleine- Jahrmarktbesuche müssen nicht sein, Achterbahnfahrten schon gar nicht. Auch der neue Halter sollte nach Einzug des neuen Familienmitgliedes nicht in Hekitk verfallen und meinen: er müsse dem Hundchen innerhalb einiger Stunden und Tage und am besten sofort *alles* vermitteln, sonst geht *alles* schief.
So schnell verdirbt man einen guten Hund nicht!
Hunde verzeihen viel, selbst dussligste Hundehalter werden geduldig vom Hund toleriert. Man darf sich also ruhig faule Momente erlauben, sich entspannt zurücklehnen- wenn nicht gerade irgendwas durch wilde Welpezähnchen zerbissen wird oder Welpi flott ausläuft..- und mit dem Welpen auf dem Teppich chillen. Den Alltag einfach weiter leben und den Hund "mitlaufen" lassen, eine eigentlich ganz simple Sache ;-)
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